Lidia Zoumis betreibt eine klimaneutrale Wäscherei in Geretsried. Die Wäscherei ist für den deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. Inhaberin Lidia Zoumis erklärt das Konzept von „Zero-Wash“.
Geretsried – Es gibt kaum ein besseres Gefühl, als sich abends in ein frisch gewaschenes Bett zu legen. Wenn man dann noch weiß, dass die Decken- und Kissenbezüge nachhaltig gereinigt wurden, lässt es sich beruhigt schlummern. Nachhaltig zu waschen, das hat sich „Zero-Wash“ auf seine Fahne geschrieben. Die Wäscherei in Geretsried ist für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert. Unsere Zeitung hat sich mit Inhaberin Lidia Zoumis getroffen, die das Konzept von „Zero-Wash“ erklärt.
„Zero-Wash“ in Geretsried eröffnete während der Pandemie
Betritt man das Geschäft von Zoumis an der Händelstraße, wirkt auf den ersten Blick alles so, wie in jeder anderen Wäscherei auch. Große Maschinen, Bügelbretter, fertig gewaschene Hemden, fein säuberlich auf Kleiderbügel gehängt und verpackt in Folie. Doch „Zero-Wash“ ist keine normale Wäscherei. Dort wird nämlich klimaneutral gereinigt. Das gab es bis Oktober 2021, als „Zero-Wash“ öffnete, in Deutschland nicht.
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Kleine Kügelchen massieren den Schmutz aus der Wäsche
Unter anderem kleine Kügelchen, sogenannte Mikroperlen, tragen einen entscheidenden Teil dazu bei, wie Zoumis erklärt. Sie zeigt durch das Sichtfenster einer Waschmaschine. Zusätzlich zur Wäsche fliegen darin etwa eine Million dieser Kügelchen herum. „Sie ziehen den Schmutz an und massieren ihn aus der Wäsche“, erklärt Zoumis, die in Wolfratshausen wohnt. „Man kann sich das vorstellen wie eine Dusche. Bei uns badet die Wäsche nicht, sondern sie wird geduscht.“ Diese vom Unternehmen BASF entwickelten Mikroperlen helfen, Wasser und Waschmittel einzusparen. „Einmal im Jahr werden sie ausgetauscht und recycelt.“ Ein weiterer Vorteil: Die Wäsche knittert dank der Perlen nicht so sehr und ist auch nicht so feucht. Für Kleidung mit vielen Taschen eigne sich diese Technologie aber nicht so gut.
Ich wollte zeigen, dass Wäschereien auch nachhaltig sein können.
Während der Corona-Pandemie hat die 52-jährige studierte Wirtschaftsingenieurin zufällig diese innovative Waschtechnologie entdeckt, die es bislang in Deutschland nicht gab und die 70 Prozent weniger Wasser, 50 Prozent weniger Energie und 50 Prozent weniger Waschmittel im Vergleich zu herkömmlichen Waschmaschinen benötigt. „Zeitsparende Dienstleistungen haben während Corona einen Aufschwung erlebt. Da dachte ich mir, warum probiere ich das nicht hier in Deutschland. Ich wollte zeigen, dass Wäschereien auch nachhaltig sein können.“ Bis es allerdings so weit war, verging etwas Zeit, da Zoumis die Maschinen erst nach Deutschland hat bringen lassen musste.


